vezzi, lusinghe e brio - Liebreiz, Verheißung und Feuer

Musik aus Barock und Klassik auf historischen Instrumenten
Dieses Jahr, das allgegenwärtig in der Musikwelt
durch den Geburtstag W.A.Mozarts geprägt wird, möchte das Ensemble „il
conCERTinO“ einem anderen Musiker gedenken, der mit der Familie Mozart in
Salzburg in enger Beziehung stand und freundschaftlich engen Kontakt in deren
Umfeld pflegte: Johann Michael Haydn
Schon während seiner vierzigjährigen(!) Amtszeit in Salzburg als
Konzertmeister der Hofkapelle der Fürsterzbischöfe Schrattenbach und später
Colloredo, wurde der musikalischen Person Haydn großer Respekt und Anerkennung
zuteil. Infolge namhafte Schüler wie Diabelli, Beethoven und Weber suchten den
renommierten Musiker auf, um von ihm in Satzlehre und Komposition unterwiesen
zu werden.
Neben einer Fülle von geistlichen Werken hat Michael Haydn eine
große Anzahl von weltlicher Vokalmusik (u.a. die neue Gattung des
Männerquartettes) verfasst – darunter auch Bühnenmusiken.
Das in unser Programm aufgenommene Bühnenwerk "Der Traum"
(für Gesamgssolisten und Orchester) wurde von Haydn, anlässlich der Tradition an der Salzburger Universität zum Schuljahresende ein lateinisches Sprechdrama mit eingeschobenen musikalischen Szenen mit den jüngeren Schülern der Lateinklassen aufzuführen, im Jahr 1767 komponiert. Das Libretto verfasste Pater Florian Reichssiegel.
Obwohl in den langen Jahren dieser Aufführungsreihe sowohl heitere, wie auch ernste musikalische „Komödien“ als Intermezzi aufgeführt wurden, fällt „Der Traum“ in seiner Struktur, die man als lose, durch improvisiert handelnde Rollen verbundene Abfolge von Alptraumsequenzen bezeichnen kann, die in ihrer Skurilidität komisch wirken, aus dem Rahmen.
Mit der Aufführung dieses Werkes in Verbindung mit einem seiner
Violinkonzerte und einer Sinfonie seines älteren Bruders Joseph, möchten wir
also an diesen noch weitgehend unbekannten Komponisten erinnern, den u.a. Franz
Schubert, anlässlich eines Besuchs seines Grabes, mit den Worten wertschätzte:
„Es
wehe auf mich, dacht ich mir, dein ruhiger, klarer Geist, du guter Haydn, und
wenn ich auch nicht so ruhig und klar sein kann, so verehrt dich doch gewiss
Niemand auf Erden so innig als ich. (Eine schwere Thräne entfiel meinen
Augen...).
A.Strauss
Pressebericht zu diesem Projekt
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