vezzi, lusinghe e brio - Liebreiz, Verheißung und Feuer

Musik aus Barock und Klassik auf historischen Instrumenten
La Resurrezione
HWV 47
Oratorium für Die Osterzeit für Soli und Orchester

Händel schrieb das „Oratorio per la resurrettione di Nostro Signor Giesù Cristo“ 1708 in Rom, wo es im Palazzo Bonelli des Marchese Ruspoli am Ostersonntag, 8. April, uraufgeführt und am folgenden Tag wiederholt wurde. Zahlreiche Rechnungsbelege im Archivio Segreto Vaticano zeigen, dass mehrere Handwerksbetriebe mit dem Bau einer Bühne und von Dekorationen beauftragt waren, das Werk also zumindest halbszenisch aufgeführt wurde. Zirka 1500 gedruckte Libretti belegen, dass einschließlich dreier öffentlicher Proben etwa 300 Zuhörer pro Aufführung zugegen waren.
Die Aufführung fiel in jenen Zeitraum
zwischen 1702 und 1709, in dem Papst Clemens XI. zur Hebung der Religiosität in der Stadt und zur Bekämpfung des
allgemeinen sittlichen Niedergangs einer Bittschrift aus dem Kreis der
Konservatoren folgend alle Theater- oder Opernaufführungen untersagte. Dieser
Verordnung wurde allerdings nicht gänzlich konsequent umgesetzt, es gab
Ausnahmeregelungen besonders für ausländische Staatsvertreter. Händels Oratorium
erregte trotz seiner privaten Aufführungsumstände den päpstlichen Argwohn
erstens dadurch, dass eine Frau als Sängerin (Margherita Durastante) beteiligt war – sie
musste bei der Wiederholungsaufführung am Ostermontag durch den Kastraten
Filippo ersetzt werden -, zum anderen warf man dem Werk vor, dass es sich als
Oratorium musikalisch kaum von einer Oper unterscheide.
Das Oratorium „La Resurrezione“ ist als Frühwerk des
23-Jährigen Komponisten unverkennbar. Kühne harmonische Fortschreitungen fügen
sich noch nicht so elegant wie in späteren Jahren in den musikalischen Kontext.
Ein reicher und oft überraschender musikalischer Ausdruck steht im Zentrum, und
alle anderen Aspekte scheinen diesem untergeordnet. Italienische Einflüsse
(häufige Quintfallsequenzen) sind spürbar, aber dennoch
ist Händels eigene Handschrift bereits unverwechselbar ausgebildet.
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