vezzi, lusinghe e brio - Liebreiz, Verheißung und Feuer



Musik aus Barock und Klassik auf historischen Instrumenten

 



Giovanni Battista Pergolesi: STABAT MATERstabat mater

Eine der großartigsten und unvergänglichsten Schöpfungen der mittelalterlichen religiösen Dichtung ist das lateinische STABAT MATER. Eine erschütternde Episode der Passionsgeschichte nahm die Vorstellung des Dichters Jacopone da Todi (ca.1220-1306) gefangen: das Bild der am Fuß des Kreuzes stehenden, vom Schmerz gebrochenen Gottesmutter.

Die tiefe Gefühlswelt und die geschliffene Form des Gedichtes hat die Komponisten Jahrhunderte hindurch immer aufs Neue zum Schaffen inspiriert.

Die Schöpfung von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) ist eine der bekanntesten und meistgespielten unter den Vertonungen. 1736 ist das vermutliche Entstehungsjahr des Werkes; im Allgemeinen wird es als Schwanengesang des jung verstorbenen Komponisten betrachtet. Der damals erst 25jährige Pergolesi zog Anfang 1736, Linderung für seine Lungenkrankheit suchend, in das bei Neapel gelegene Pozzuoli, in ein Franziskanerkloster. Hier mag der größte Teil des Stabat Mater entstanden sein, nicht lange vor seinem Tode am 17. März desselben Jahres.

Das Werk ist für ein außerordentlich kleinen Apparat geschrieben – eine Auftragskomposition der adeligen neapolitanischen Bruderschaft der Cavalieri della Vergine dei Dolori, die seit 1724 alljährlich die Vertonung des gleichen Textes durch Alessandro Scarlatti aufführen ließ und nun eine ablösende Komposition, allerdings in gleicher Besetzung suchte: Sopran- und Altsolo mit Streichern.

Es ist unmöglich, in der Vertonung durch Pergolesi – gerade im Vergleich früherer Vertonungen – nicht die allerpersönlichste Gefühlswelt des Komponisten zu entdecken. Der unaufhaltsam zugrunde gehende, die Nähe des Todes spürende Künstler hört seine eigenen Gefühle und Gedanken aus den Zeilen des Mönches herausklingen, der im 13. Jahrhundert lebte. Es nimmt einen von daher nicht Wunder, dass gerade diese Verbindung von Text und Musik auch den heutigen Hörer in tiefsten Bann zieht.

 „il conCERTinO“ stellt diesem kleinen-großen Oratorium ein instrumentales Werk zur Seite, das dem Charakter des Vokalwerkes entspricht und über Jahrzehnte sogar irrtümlich (aber verständlicherweise) als „Pergolesis Concertino“ angesehen  wurde: das Concerto Armonico Nr.5 von Unico Wilhelm Graf von Wassenaer (1692-1766).

A. Strauss 
 
 
Kammermusik
Orchesterprojekte
il conCERTinO begleitet...



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