vezzi, lusinghe e brio - Liebreiz, Verheißung und Feuer

Musik aus Barock und Klassik auf historischen Instrumenten

Goethes Motto „Saure Wochen, frohe Feste“ könnte, auf Jahre umgedeutet, auch für die
Epoche des Barock gelten. Konfessionskriege prägten den Beginn, Melancholie war
das vorherrschende Lebensgefühl. Nach dem Westfälischen Frieden (1648) schlug
das Pendel jedoch in die andere Richtung: Prächtige Schlösser,
lichtdurchflutete Kirchen und großzügige Patrizierhäuser zeugen von einem neuen
Zeitgeist. Nun galt es, alle Reize der Sinnlichkeit und Schönheit auszukosten,
ja, das Leben als permanentes Fest zu inszenieren.
Die Musik trat einmal mehr in ihrer Funktion als angenehme und
geistvolle Unterhalterin ins Interesse der menschlichen Selbstdarstellung, und
dabei wurde die Möglichkeit des Humors vielfältig angewandt.
Während sich Komponisten des frühen Barocks gerne mit akustischen
Imitationen, wie der Darstellung z.B. von Vogel- und Tierstimmen oder
Naturgeräuschen befassten, wandten sich spätere Musiker auch der Darstellung
von Situationen (sog. tableaus) oder Gedanken und Gefühlen zu. Besondere
Voraussetzung war jedoch immer die reine Instrumentalmusik, die ohne Worte
agierte und aus sich selbst sprechen konnte.
Dass dabei auch das Bizarre oder das Tragische als Karikatur
vergnüglich wurde und das Amüsement sogar als eine Art Katalysator fungierte,
entspricht durchaus dem menschlichen Wesen.
Auch der heutige Zuhörer wird sich an dem Humor dieser Tonbilder
erfreuen und die akustischen Rätseleien beim Anhören gerne und mit Spaß
entlarven.
Das Ensemble il conCERTinO
kombiniert die programmatischen Werke für Traversflöte und Streicher dieses
Konzertes mit pantomimischen Darstellungen einiger Szenen und entspricht daher
der Idee des barocken Gesamtkunstwerks, nämlich Musikalisches und Bildliches
zusammen zu führen.
A. Strauss
Das Ensemble Repertoire Veranstaltungen Kontakt